Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Gesundheit

Die Pfeiler der bayerischen Gesundheitspolitik

Für starke freie Heilberufe – Freiberuflichkeit als Garant für ein hervorragendes Gesundheitssystem

Die Freiberuflichkeit der Ärzte ist der Schlüssel zur Unabhängigkeit der Mediziner. Abgeleitet vom Hippokratischen Eid sind Ärzte nur ihrem Gewissen, den Geboten der ärztlichen Ethik und der Menschlichkeit unterworfen.

Ärzte sind Experten für die Gesundheit und Vertrauensperson für die bayerischen Patienten. Eine unabhängige Beratung und Behandlung sind dabei das Erfolgsgeheimnis. Der Arzt als Fachmann kann diejenige Therapie auswählen, die nach seiner ärztlichen Überzeugung die beste Wirkung für seinen Patienten hat. Bei der Freiberuflichkeit des Arztes dürfen deswegen keine Abstriche gemacht werden. Starke freie Heilberufe sind die Garanten für das hervorragende bayerische Gesundheitswesen. Das soll auch in Zukunft so sein.

Diese Wertschätzung für den Arzt als wichtigstem Ansprechpartner in Gesundheitsfragen wird offensichtlich auch von der Bevölkerung geteilt. Ärzte genießen das größte Ansehen unter allen Berufsgruppen. Dies belegt die Allensbacher Berufsprestige-Skala 2008, die von den Ärzten mit großem Abstand angeführt wird.  

Für eine transparente und leistungsgerechte Vergütung der Ärzte

Die zentralistische Ausrichtung der ärztlichen Vergütung missachtet die Interessen von Patienten und Medizinern. Sie sind zudem so kompliziert, dass auch vielen Ärzten nicht klar ist, wie viel Geld sie für welche Leistung erhalten. Unsere Ärztinnen und Ärzte brauchen deshalb schnellstmöglich ein einfaches, verständliches Vergütungssystem, das alle Leistungen angemessen honoriert. Hierbei ist von besonderer Bedeutung, dass wieder mehr regionale Spielräume geschaffen werden. Damit soll lokalen Gegebenheiten, z.B. vorhandenen besonderen Versorgungsstrukturen, und unterschiedlichen Versorgungsbedürfnissen der Bevölkerung besser Rechnung getragen werden.

Für Bürokratieabbau: mehr Zeit für „sprechende Medizin“

Im Mittelpunkt der medizinischen Versorgung steht der Patient mit seinen ganz persönlichen Ängsten und Sorgen. Um kranke Menschen richtig behandeln zu können, braucht der Arzt Therapiefreiheit. Er muss die Möglichkeit haben, dem Patienten die aus seiner Sicht medizinisch erforderliche Behandlung verordnen zu können. Von besonderer Bedeutung ist dabei das vertrauensvolle Gespräch zwischen Arzt und Patient – die „sprechende Medizin“. Hierfür muss in der Behandlung genügend Zeit bleiben. Im Laufe der letzten Jahre hat aber die Bürokratie im Gesundheitswesen stetig zugenommen. Die „sprechende Medizin“ tritt immer mehr in den Hintergrund. Gerade die verschiedenen Dokumentationspflichten erzeugen viel zusätzliche Arbeit. Dieser nichtmedizinische „bürokratische“ Aufwand muss zukünftig wieder auf das erforderliche Mindestmaß reduziert werden, damit unsere Ärztinnen und Ärzte die Zeit zurück erhalten, um sich auf das Wesentliche ihres Berufes zu konzentrieren – den Patienten.

Für eine gute ärztliche Versorgung – auch auf dem Land

Bayern hat eine ausgezeichnete Gesundheitsversorgung. Krankenhäuser liegen wohnortnah, Haus- und Fachärzte sind hochqualifiziert. Diese Gesundheitsversorgung auf hohem Niveau muss erhalten bleiben, vor allem auch im ländlichen Raum. Nur so bleibt ein Leben dort attraktiv und kann Abwanderung verhindert werden: Verlässt der Kinderarzt das Dorf, gibt es dort bald keine jungen Familien mehr. Aber auch ältere Menschen, die dringend auf medizinische Hilfe angewiesen sind, brauchen weiterhin einen Arzt in ihrer Nähe. Deshalb liegt uns der ländliche Raum ganz besonders am Herzen.

Wir wollen auch künftig junge Ärztinnen und Ärzte als Haus- und Fachärzte für den ländlichen Raum gewinnen. Auf Initiative des bayerischen Gesundheitsministeriums hat der Ministerrat daher am 23. März 2010 ein entsprechendes Konzept beschlossen. Weniger Bürokratie und neue Modelle der Berufsausübung, z.B. in Filialpraxen, sollen unter anderem den Nachwuchs-Ärzten die Entscheidung erleichtern.

Für einen bezahlbaren Krankenkassen-Beitrag – Spitzenmedizin für jeden

Das Solidaritätsprinzip ist der Grundpfeiler der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Menschen müssen sich auch künftig darauf verlassen können, dass sie im Krankheitsfall eine bestmögliche medizinische Versorgung erhalten –  unabhängig von Einkommen, Alter und Herkunft. Spitzenmedizin darf es nicht nur für Spitzenverdiener geben. Der Krankenkassen-Beitrag muss für alle Menschen bezahlbar bleiben. Niemand darf überfordert werden